<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>kontext &#187; Google</title>
	<atom:link href="http://kontext.edublogs.org/category/google/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://kontext.edublogs.org</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 20 Oct 2009 21:13:03 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>&#8220;A mega-corp took advantage of the optimistic hopes of a non-profit and that’s news?&#8221;, Googles Verhältnis zu den Bibliotheken</title>
		<link>http://kontext.edublogs.org/2008/06/30/a-mega-corp-took-advantage-of-the-optimistic-hopes-of-a-non-profit-and-that%e2%80%99s-news-googles-verhaltnis-zu-den-bibliotheken/</link>
		<comments>http://kontext.edublogs.org/2008/06/30/a-mega-corp-took-advantage-of-the-optimistic-hopes-of-a-non-profit-and-that%e2%80%99s-news-googles-verhaltnis-zu-den-bibliotheken/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 14:35:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ben</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothekswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Google-Books]]></category>
		<category><![CDATA[Public-Private-Partnership]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kontext.edublogs.org/?p=31</guid>
		<description><![CDATA[[diesen Text als PDF]

&#8220;Yes they used us, and some librarians (not you) were tricked. That’s what businesses do, particularly successful megapowerhouses like Google; it was nothing personal.&#8221;

Das ist ein faszinierender Kommentar von einer Melissa zur Frage, inwieweit Google die Bibliotheken benutzt hat und zwar in einer nicht unbedingt altruistischen Weise. Überlegt jedenfalls Steven M. Cohen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right">[<a href="http://kontext.edublogs.org/files/2008/07/kommentar_20080630.pdf">diesen Text als PDF</a>]</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left">&#8220;Yes they used us, and some librarians (not you) were tricked. That’s what businesses do, particularly successful megapowerhouses like Google; it was nothing personal.&#8221;</p>
</blockquote>
<p>Das ist ein faszinierender <a href="http://www.librarystuff.net/2008/06/29/usinglibrarians/#comment-24864">Kommentar</a> von einer <em>Melissa</em> zur Frage, inwieweit Google die Bibliotheken benutzt hat und zwar in einer nicht unbedingt altruistischen Weise. Überlegt jedenfalls Steven M. Cohen in seinem Weblog:<a title="Permanent Link to How Google Used Librarians…and Got Away With It" rel="bookmark" href="http://www.librarystuff.net/2008/06/29/usinglibrarians/">How Google Used Librarians…and Got Away With It</a>.</p>
<p>In der Tat ist <a href="http://librariancentral.blogspot.com/">Google Librarian Central</a> aus der letzten Sommerpause nicht wieder zurückgekehrt und ebenso ist es vergleichsweise etwas stiller hinsichtlich des Zusammenwirkens der Institution Bibliothek und dem Informationsunternehmen Google geworden.  Steven Cohen scheint es, als würde der marktdominante Suchmaschinist nun, da er von den Bibliotheken das bekommen hat, was er brauchte, das Bibliothekswesen mehr oder weniger im Regen stehen lassen, jedenfalls das Engagement deutlich drosseln:</p>
<blockquote><p>&#8220;So, their marketing department (those sly dogs) decided to buddy up with ALA and the entire library community to gain access to these print treasures so that they can scan and index them. &#8230; There is no doubt in my mind that the entire library community was used.  ALA was used.  Those academic institutions that signed up were used.  And those librarians that played a part in the PR stunt were used. &#8220;</p></blockquote>
<p>Allerdings, so Cohen, wird das relativ folgenlos bleiben, denn das typische Fremd- und Selbstbild der Bibliotheken bemühend, sieht der Blogger keine Revolutionsstimmung, sondern nimmt schlicht an, dass sich die Community brav dem Lauf der Zeit fügen wird:</p>
<blockquote><p>&#8220;But even more, I’m disappointed in librarians who actually fell for this blatant marketing scheme.   Did they really think that this relationship would continue?  Did they grasp the importance of what Google was/is doing?  Will they fight back?  Or will they fit the stereotype that librarians are passive and let yet another company walk all over them?  I hope they won’t, but then again, I won’t be surprised if they do.&#8221;</p></blockquote>
<p>David Rothman von TeleRead <a href="http://www.teleread.org/blog/2008/06/29/how-google-used-librariansand-got-away-with-it/">weist bei dieser Gelegenheit</a> gleich einmal auf den nächsten üblichen Verdächtigen hin:</p>
<blockquote><p>You can bet that if Amazon cranks up a major library effort, it, too, could seduce librarians, then abandon certain support efforts. Not to pick on Google alone!</p></blockquote>
<p>Natürlich nicht. Die ganze Web2.0/Bibliothek2.0-Euphorie weist in diese Richtung, genauso wie weite Teile dessen, was man als Bibliotheksmarketing und Bibliotheksmanagement angeboten bekommt.</p>
<p>Die &#8220;non-profit&#8221; Nutzerpartizipation und Generierung von Inhalten bis zur Selbstausbeutung wird auf weiter Strecke <span style="font-size: 12pt;font-family: Garamond">–</span> es gibt natürlich und glücklicherweise Alternativangebote <span style="font-size: 12pt;font-family: Garamond">–</span> von kommerziellen Akteuren bestimmt, denen es nicht vorrangig darum geht und nach der Definition auch nicht gehen kann, altruistisch tolle Produkte zu verschenken, sondern mit angepassten Geschäftsmodellen in möglichst ertragreiche Nischen vorzustoßen.</p>
<p>Letztlich stellen sie die Werkzeuge, mit denen Millionen Internetnutzer freudig und gut gelaunt für die Interessen <span style="font-size: 12pt;font-family: Garamond">–</span> d.h. <em>Pageimpressions</em>, Werbeflächen, Nachverwertung von Inhalten, Marktanteile, etc. <span style="font-size: 12pt;font-family: Garamond">–</span> einer Handvoll von Unternehmen tätig sind. &#8220;Will work for fun&#8221; ist die Devise und Abhängigkeit das Mittel zum Zweck. Wer sein soziales Netz ausschließlich über <em>Facebook</em> organisiert, begibt sich zwangsläufig in eine Abhängigkeit, aus der auszusteigen nur mit großen Mühen möglich ist. Andererseits kann z.B. eine Zeitung ihre Redaktion und ihren Mitarbeiterstab auf einige Koordinatoren verkleinern, wenn sich genügend &#8220;Leserreporter&#8221; finden, die das Blatt mit frischen Inhalten beliefern <span style="font-size: 12pt;font-family: Garamond">–</span> und zwar bestenfalls mit dem Anreiz der Namensnennung und einer Aufwandsentschädigung. Nicht nur für den Journalismus steht eine Deprofessionalisierung im Raum, deren Hauptproblem nicht, wie oft angenommen, darin liegt, ob die Hobbyjournalisten schlechter oder besser als die Profis arbeiten, sondern darin, dass sie bereit sind, dies nahezu ohne Gegenleistung zu tun. Ob das zwangsläufig dem Zeitgeist entspricht, müsste man diskutieren. In jedem Fall sollte man aber auch überlegen, welche Folgen daraus resultieren.</p>
<p>So wie es ausschaut, sind die Bibliotheken entsprechend in einer ähnlichen Situation, da sie mit vergleichsweise geringer Gegenleistung an einen Akteur mit kommerziellen Interessen zuliefern. Auch das ist an sich nicht verwerflich, wenn transparent ist, was, wie, wann mit diesen Zuarbeiten (in diesem Fall Inhalte) geschieht. Und wenn die Zuarbeit eines öffentlichen Akteurs auch wieder der Öffentlichkeit nutzt, also die öffentliche Aufgabe der Bibliothek wenn auch über einen Umweg wieder erfüllt wird. Wenn Google jedoch die Bibliotheken rein als Datenpool nutzt, weil es sonst nicht oder nur mit zähen Verhandlungen mit den oft eher störrischen Verlagen an die Vorlagen zur Digitalisierung gerät, die Bibliotheken also schlicht als Mittel zum einzig eigenen Zweck benutzt, ist es fraglich, ob eine öffentliche Institution sich auf diesen eher Kuhhandel einlassen sollte. Win-Win ist dies vielleicht, aber des Einen Gewinn übersteigt dabei überproportional den des anderen. Ein Hauptproblem gerade bei Google ist, dass nicht ganz deutlich wird, wohin sich das Interesse der Kooperation mit den Bibliotheken tatsächlich richtet, also die Intransparenz.</p>
<p>So wie es beim Privatfernsehen und -radio nicht um die Vermittlung von Inhalten geht, sondern um den Selbsterhalt des Unternehmens über den Verkauf von Werbeflächen, agiert auch Google ein wenig. Im Gegensatz zu Amazon, das klar an Endkunden verkauft, wird dies bei dem Informations-Anbieter aus Mountain View nicht ganz so deutlich. Derjenige, der bei Google eine Suchanfrage stellt oder seine E-Mail verwaltet ist im Prinzip kein Kunde, sondern Anreiz für Kunden, Anzeigen bei Google zu schalten.</p>
<p>Der Nutzer, der in einem OPAC recherchiert, ist dagegen eine Art &#8220;Kunde&#8221;, auch wenn die Übernahme des Kundenbegriffs in das Bibliothekswesen gern zu Missverständnissen führt und sicher nicht die terminologisch beste Variante darstellt.</p>
<p>Während für das Unternehmen Google der Dienst am Informations-Nutzer gegenüber dem Dienst am Werbekunden sekundär sein muss, ist er für Bibliotheken zentral. Ersteren geht es um die Vermittlung von Werbung, Letzteren im Idealfall um die Vermittlung von Inhalten. Dabei sollte für Bibliotheken das Problem des Selbsterhalts marktextern durch öffentliche Finanzierung gelöst sein. Mit der Fokussierung auf den Marktgedanken auch in öffentlichen Bereichen verliert sich jedoch diese Selbstverständlichkeit, wobei in öffentlichen Verwaltungen unglücklicherweise häufig Wirtschaftlichkeit mit Markterfolg verwechselt wird.</p>
<p>Angesichts des Zurückfahrens dieser Basis und auch des verschwindenden Verständnisses, dass die Bibliothek als Institution mit öffentlicher Funktion für die informationelle Grundversorgung zu erhalten sei, ist es verständlich, dass man sich in einer solchen <em>Public-Private-Partnership</em>, bei der die Partner allerdings recht unterschiedliche Ziele verfolgen, einlässt. Oder sie über Gebühren ganz billig als Einnahmequelle erschließen möchte. Bei Scheitern des Modells ist dann auch gleich ein Argument für die Schließung auf dem Tisch.</p>
<p>Darin, dass Bibliotheken immer wieder eine verschärfte Bedrohungslage vorgezeichnet bekommen und leider auch sich selbst einreden, liegt sicher eine Ursache für das weithin spürbare Verlangen, sich an die (vermeintlich, weil entsprechend vermarkteten) erfolgreichen Akteure und Konzepte im virtuellen Informationsgeschäft zu hängen. Damit wird allerdings die Fähigkeit, sich eigenständig Perspektiven, Lösungen und Angebote zu überlegen, nicht unbedingt gefördert.  Kontingenz und <em>Best Practice</em> harmonieren nicht sonderlich.</p>
<p>Ich fürchte, ein Hauptproblem im Bibliothekswesen – und das teilt es mit dem Verlagswesen – ist nach wie vor, dass ihm ein stabiles Selbstbild fehlt, welches Perspektivität und eigenständige Entwicklung zulässt. Man bleibt für sich Underdog, geschockt durch den Erfolg von Google und entsprechend Prinzipien willfährig aufgreifend und zu den eigenen erklärend. Wenn OCLC sich anschickt, das &#8220;Google der Bibliotheken&#8221; zu werden und Google mit dem Datenbestand des <em>Worldcat</em> bestückt, sollte man sich vielleicht fragen, ob Google mit diesem Datenbestand OCLC überhaupt noch in einer anderen Rolle als die des Zulieferers benötigt. Eine gleichberechtigte Partnerschaft dürfte hier nicht im Raum stehen. Google profitiert von den optimierten Metadaten im MARC-Format für all die Bücher, die zwar gescannt aber nicht entsprechend formal präzise erschlossen wurden. Und OCLC darf dafür die Inhalte anbinden, die man sonst über Google-Books bekommt. Erstaunlicherweise greift man wieder auf das altbekannte Argument der &#8220;Visibility&#8221; zurück, welches da zugespitzt lautet, dass alles, was Google nicht sieht (bzw. sehen will), im Web nicht sichtbar ist. Allein schon die Existenz dieses Vermittlungsmonopol sollte zur Vorsicht mahnen: Ob &#8220;don&#8217;t be evil&#8221; oder nicht – Google ist kein neutrales Werkzeug ohne eigene Interessen, sondern ein globales Wirtschaftsunternehmen, die teuerste Marke der Welt und in seinem Hauptgeschäft Quasi-Monopolist. Darüber, inwieweit es dem Wettbewerbsprinzip der informationellen Weltwirtschaft gut tut, diese Position weiter aktiv zu stärken, kann man ja mal reflektieren.</p>
<p>Auch in Bibliotheken, die sich jedoch an einer ganz anderen Stelle selbst beschäftigen: Auf der einen Seite steht das nicht tragfähige Beharren auf (vermeintlich) etablierten Qualitäten und auf der anderen das totale Hinterfragen der eigenen Existenzberechtigung. Das Googleversum erscheint hier entweder als Vorhölle oder als Paradies, Google entweder als Todfeind oder als Leitstern. Das Optimum liegt natürlich immer irgendwo dazwischen. Und so sollte man auch handeln: skeptisch offen.</p>
<p>Ein bewussterer Umgang, bei dem man u.a. aggressiv hinterfragt, was sich der <em>Private</em>-Partner von der Kooperation mit dem öffentlichen Akteur eigentlich an Nutzen verspricht, könnte hier durchaus helfen.</p>
<p>&#8220;Don&#8217;t be evil&#8221; ist letztlich nur eine sehr dürftige, zur Besänftigung eventueller Zweifel gestrickte, Phrase, kaum gehaltvoller als Amazons &#8220;&#8230;and you &#8216;re done&#8221; oder die Beschwichtigungsmimik eines Fußballspielers nach einem Foul. Eigentlich ist die Verwendung einer solchen trivial-ethischen Plattheit, die nicht einmal den ähnlichen, aber immerhin mit einer zugegeben dürftigen und deswegen als halbhohle Werbephrase sofort durchschaubaren Mehrdeutigkeit von der &#8220;Wir sind die Guten&#8221;-Kampagne des Elektronikhändlers ProMarkt erreicht, sondern mit einem derartigen Leitbild tatsächlich auf Vertrauensbildung aus ist, weitaus verdächtiger, als der klar auf den Allround-Dienstleistungsanspruch von Amazon zugeschnittene Slogan. &#8220;Don&#8217;t be evil&#8221; sollte man sicher nicht für barere Münze nehmen, als den Liebesbeweis von Flickr (<a href="http://l.yimg.com/g/images/flickr_logo_gamma.gif.v35314.14">Flickr loves you</a>). In einer Welt, in der Bedeutungen derart zu Marketingzwecken gedehnt werden, ist es schwer, noch mit Worten zu überzeugen&#8230;</p>
<p>Gerade weil nicht ganz klar ist, was so eine Aussage eigentlich meint bzw. inwieweit Google ein Unternehmen wie jedes andere ist und sein will und wie sehr &#8220;don&#8217;t be evil&#8221; Lippen- oder Herzensbekenntnis oder einfach nur ein griffiges Verkaufsmotto ist, bleibt eine gesunde Skepsis vielleicht doch sinnvoller als allumfassende Affirmation.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kontext.edublogs.org/2008/06/30/a-mega-corp-took-advantage-of-the-optimistic-hopes-of-a-non-profit-and-that%e2%80%99s-news-googles-verhaltnis-zu-den-bibliotheken/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
