Im Zusammenhang mit der Vorstellung des neuen Random House-Leiters im FAZ-Feuilleton vom Mittwoch (Hintermeier, Hannes: Ein Außenseiter wird Spitzenreiter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Mai 2008 (Nr. 117) , S. 39) findet sich eine schöne Formulierung zur Einstellung des Bertelsmann Vorstandsvorsitzenden Hartmut Ostrowski, die ganz gut in die aktuelle E-Book- bzw. E-Publishing-Debatte passt und daher hier kurz notiert werden soll, bevor die Zeitung nachher im Altpapier landet:

"In einer Zeit, in der die deutsche Buchbranche zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Gutenberg und Internet oszilliert, setzt Ostrowski [...] ganz pragmatisch auf eine Manager-Lösung: Das Buch ist ein Produkt, und als solches ist es zu verkaufen."

Will heißen: Solange es den Markt dafür gibt, gibt es auch das Buch. Bislang scheint es den Markt trotz Internet durchaus zu geben, wird doch erwähnt, dass Random House unter Dohles Vorgänger Peter Olson immerhin in 10 Jahren vier Milliarden Bücher absetzen konnte. Das scheint mir nicht allzu wenig zu sein und offensichtlich geht bei Bertelsmann niemand davon aus, dass sich das Absatzvolumen demnächst fundamental ändert. Allerdings hält man dort auch noch mit den Buchclubs ein Vertriebsmodell, dass soviel Nostalgie versprüht, wie eine Langspielplatte, am Leben...

Und hoppla, gar nicht aus Versehen habe ich gestern auch wieder einmal eine solche gekauft. Denn wenn am Abends in gedimmter Atmosphäre und innerer Einkehr zu guter Musik über sein Tagwerk sinniert, stört das blinkend, fordernde Diodenspiel des CD-Spielers irgendwie. Ich vermute - und dazu gehört wahrlich nicht viel Fantasie - dass ein naher Trend der der verstärkten Offline-Zeit sein wird. Der mündige, aufgeklärte Konsument bedient sich dann natürlich beim Besten aus beiden Welten: der analogen und der digitalen. Insofern ist die optimale Strategie sicherlich die, diese beiden in friedlicher Koexistenz zu sehen und zu bedienen, als, wie es manchmal in den flotten Aufbruchsdiskursen derer geschieht, die in bestimmte Marktlücken und Deutungsvakuen zu stoßen trachten, von Ausschließlichkeit und/oder Frontenbildung auszugehen.

Posted by Ben on May 23, 2008
Tags E-Books, Markt, Medienverhalten

Total comments on this page: 0

How to read/write comments

Comments on specific paragraphs:

Click the icon to the right of a paragraph

  • If there are no prior comments there, a comment entry form will appear automatically
  • If there are already comments, you will see them and the form will be at the bottom of the thread

Comments on the page as a whole:

Click the icon to the right of the page title (works the same as paragraphs)

Comments

No comments yet.

Name (required)
E-mail (required - never shown publicly)
URI

*
To prove you're a person (not a spam script), type the security word shown in the picture.
Anti-Spam Image