Die Schweden hinterfragen das Medium Weblog (via euro|topics)




In der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter ist aktuell ein kleiner Artikel über Sinn und Unsinn von Weblogs zu lesen, den euro|topics als symptomatisch für eine beginnende Debatte über Sinn und Unsinn von Blogs sieht. Auslöser ist, dass Schwedens wohl meistgelesener Blogger, Alex Schulman, sein Weblog beim Aftonbladet geschlossen hat, da ihm das eigene Niveau wohl zu gering war:

er sei “angeekelt von sich selbst”, begründete Schulman seinen Schritt.

euro|topics übersetzt freundlicherweise die Gretchenfragen der DN-Journalistin Maria Schottenius:

Maria Schottenius bezeichnet es als einen großen Irrtum, “dass Blogs bahnbrechend für unsere Zeit sind, vergleichbar mit dem Einzug von Internet oder Radio. Dieser Wahn hat eine Hysterie bei ansonsten seriösen Journalisten ausgelöst. Es ist betrüblich, dass respektable Journalisten sich so krampfhaft Unwesentlichem widmen. Klatsch lockt Leser. Aber wie viele Blogger werden eigentlich gelesen? Und welchen Schluss sollen wir daraus ziehen, dass die populärsten Worte bei Blog-Suchen ‘Sex’ und ‘Porno’ sind?”

Vielleicht sollte man aber auch einfach eine differenzierte Sicht auf das Medium gewinnen. Immer sind es die respektablen Journalisten, die die Inhalte gestalten.

Dass dafür die Zugriffszahlen ausschlagebendes Benchmark sind und nicht journalisitische Wertarbeit, ist am Ende dann doch weniger am Medium Weblog, als einer anscheinend von manchen Webjournalisten gepflegten, etwas eigenartigen Vorstellung von dem, was man mit diesem tun kann (und sollte) festzumachen.

Die zitierte Argumentation Maria Schottenius’ wirkt dabei jedenfalls in gewisser Weise ähnlich überzogen, wie all die zuvor geäußerten Revolutionsszenarien des neuen Partizipations- und womöglich Massenmediums.

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